Im Sonntagsgespräch: Pfadfinder Jürgen und Wolfgang Winkler

15.11.2010 19:40 Uhr von Jan-Christian

IM SONNTAGSGESPRÄCH:

Pfadfinder Jürgen
und Wolfgang Winkler

Wolfgang und Jürgen Winkler

Von Abenteuerlust und Lagerfeuerromantik bis hin zur Vermittlung christlicher
Werte, Jürgen und Wolfgang Winkler bereitet ihr ehrenamtliches Engagement bei
den Pfadfindern viel Spaß.

Foto: Ostermann

NB-Mitarbeiterin Ulrike Ostermann
hat mit Jürgen und Wolfgang Winkler
gesprochen. Die Brüder bilden
zusammen mit Pfarrer Matthias
Ziemens den Vorstand des Pfadfinderstamms
der katholischen Kirche
St. Peter und Paul. Der Stamm gehört
zum Verband der Deutschen
Pfadfinderschaft St. Georg (DPSG).

NB: Was versteht man unter dem
Begriff Pfadfinder?
W. Winkler: Pfadfinder, das ist Jugendarbeit
mit Kindern von neun
bis 18 Jahren. Es ist eine christliche
Organisation. Doch hier kann jeder
mitmachen, egal welchem Glauben
er angehört.
J. Winkler: Bei den Pfadfindern werden
christliche Werte, wie Rücksichtnahme
und für einander da zu
sein, vermittelt. Neben dem Sozialverhalten
wird viel Wert auf selbstständiges
Handeln, auf gemeinschaftliche
Erfahrungen, Zusammenarbeit
in der Gruppe und auch
auf Umweltbewusstsein gelegt.
NB: Was genau machen Pfadfinder?
Welche Aktionen gibt es?
J. Winkler: Es gibt wöchentliche
Gruppenstunden und viele wiederkehrende
Aktionen. Neben kreativen
Arbeiten bieten wir Umweltprojekte
oder Unternehmungen
wie eine Rodel- und Skifreizeit im
Winter an. Je nach Alter stellen wir
auch mal größere Projekte auf die
Beine. Außerdem beteiligen wir uns
an zahlreichen Gemeindeaktivitäten,
beispielsweise Kinderfasching,
Gemeindefest und Martinsumzug.
Wir nehmen auch an Bezirks- und
Aktionen der Diözese teil und veranstalten
gelegentlich Wochenendaktionen
mit anderen Pfadfindern.
Mit dem Verkauf von selbst gebackenen
Keksen oder ähnlichen Aktionen
sammeln wir Geld für
soziale Projekte. Im vergangenen
Jahr brachten wir gegen eine
Spende auch das Friedenslicht, das
in der Adventszeit in der Geburtsgrotte
Jesu entzündet und dann als
Zeichen des Friedens in alle Welt
gebracht wird, direkt zu den
Familien.
Das absolute Highlight ist aber das
Zeltlager, in der ersten Woche der
Sommerferien. Neben Lagerfeuerromantik
bietet es auch viele Aktionen
zu wechselnden Themen.
W. Winkler: Viele Dinge die Zuhause
nicht möglich sind, wie beispielsweise
Holzhacken können bei uns
kennengelernt und ausprobiert,
werden. Die Kleinen lernen von den
größeren. Es gibt es keinen Leistungsdruck.
Jeder kann sich ausprobieren
und seine speziellen
Fähigkeiten mit einbringen.
NB: Wie viel Pfadfinder gehören
zum Neustädter Stamm?
J. Winkler: Unser Stamm umfasst
zurzeit etwa 50 aktive Kinder und
15 ehrenamtliche Helfer. Damit
haben wir unsere Kapazitäten ausgeschöpft
und keine Nachwuchsprobleme.
Die Kinder sind in vier

Altersstufen unterteilt. Es gibt die
Wölflinge, die jungen Pfadfinder, die
Pfadfinder und die Rover. Ältere
Pfadfinder engagieren sich oft später
als Leiter. Hierfür werden sie
bestens ausgebildet. Es gibt ein
gutes Ausbildungskonzept. Neben
der Juleica (Jugendleiter Card) erhalten
sie noch weitere Fortbildungen.
NB:. Wie hoch ist der Mädchen- und
Jungenanteil?
W. Winkler: Die Zusammensetzung
ist relativ ausgewogen. Unser
Stamm umfasst ca. 40% Mädchen
und 60% Jungen. Und natürlich verfügen
wir auch über weibliche und
männliche Betreuer.
NB: Wie finanzieren sich die Pfadfinder?
W. Winkler: Wir arbeiten alle ehrenamtlich.
ansonsten finanzieren wir
uns über Mitgliedsbeiträge und
Spenden. Außerdem werden wir
von der Kirchengemeinde unterstützt.
NB: Wie kann man Pfadfinder werden?
Gibt es bestimmte Aufnahmekriterien?
J. Winkler: Einfach anrufen oder zur
Gruppenstunde kommen.
NB: Wo haben die Pfadfinder ihr
Quartier?
W. Winkler: Im Gemeindehaus der
katholischen Kirche.
NB: Mit dem Begriff Pfadfinder verbinde
ich den Satz: „Jeden Tag eine
gute Tat.“ Ist dieser Slogan noch
immer aktuell?
W. Winkler: Das ist keine Sache die
man sich vornehmen muss. Aber
soziales Engagement und Umweltbewusstsein
sind wichtig.
NB: Tragen Pfadfinder eine Uniform?
W. Winkler: Pfadfinder tragen eine
Kluft. Sie wird aber nur zu offiziellen
Anlässen und, weil sie sehr
praktisch ist, auch im Sommerlager
getragen. An der Farbe des Halstuchs
kann man die Gruppenzugehörigkeit
erkennen. Aufnäher
belegen Aktionen an denen man
teilgenommen hat.
NB: Seit wann sind Sie ein Pfadfinder?
W. Winkler: Ich bin 1989 auf Bitten
von Reinhard Sollich, der die Pfadfinder
in Neustadt mitbegründete
eingestiegen. Meinen Bruder
habe ich dann auch zum Mitmachen
motiviert und er ist seit 1990
dabei.
NB: Warum engagieren Sie sich ehrenamtlich
bei den Pfadfindern?
J. und W. Winkler: Weil es Spaß
macht! Auch positive rückmeldungen
von den Mitgliedern motivieren.
Man lernt nette, interessante
Leute kennen. Außerdem
ist es eine sinnvolle Freizeitgestaltung.

Veröffentlicht mit freundlicher Genehmigung des Neustädter Blattes.

Der Originalartikel zum Download:




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